PräsentationÖsterreichischer Bericht

Projekttreffen in Deutschland vom 2.11.-8.11.2019



Mit großer Vorfreude reisten die Teilnehmer des Erasmus+ Projekts nach Gladenbach, um sich gemeinsam dem Projektthema "Bildungssysteme in Europa" zu widmen und sich über die jeweiligen Bildungssituationen im Kindergartenalter in den teilnehmenden Ländern auszutauschen. Im Vorhinein haben die Schülerinnen und Schüler der Partnerländer, Präsentation und Videobeiträge erstellt, um allen Beteiligten einen Einblick in die landesspezifischen Bildungseinrichtungen zu vermitteln und zugleich Unterschiede aufzuzeigen. Ziel des Projekts ist es, die heimische Kultur der verschiedenen Teilnehmerländer zu erforschen, positive Aspekte herauszuarbeiten und somit zur Verknüpfung der verschiedenen Kulturen beizutragen. Der Horizont der Teilnehmer soll erweitert werden um über die eigenen Landesgrenzen hinaus einen Blick auf Europa als gemeinsame Heimat zu werfen. Am Anreisetag wurden die Gäste der Partnerländer freudig von ihren GastgeberInnen erwartet und herzlich am Bahnhof in Gladenbach empfangen. Bereits ab dem Anreisetag verbachten die Schülerinnen und Schüler der Partnerländer ihren Aufenthalt bei ihren Gastfamilien. Um sich unter entspannter Atmosphäre anzufreunden und sich gegenseitig kennenzulernen unternahmen die Gastfamilien mit ihren Schützlingen spannende Ausflüge welche vom gemeinsamen Erkunden der Umgebung bis hin zu sportlichen Aktivitäten reichten. Auch die Lehrpersonen lernten einander bereits am Abend der Anreise bei einem gemeinsamen Essen in Marburg, unweit von Gladenbach kennen und der Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit wurde gelegt. Während die SchülerInnen und Schüler den Sonntag mit ihren Gastfamilien verbrachten, erkundeten die Lehrerinnen und Lehrer die Stadt Kassel unter der Führung von Projektleiter Wolfgang Borschel und seiner Kollegin Isabell Youngkin. Auf dem Programmpunkt standen die berühmte Grimmwelt sowie das bereits von weitem sehr imposant wirkende Hercules Monument unweit des Stadtzentrums. Beim gemeinsamen Heimreisen per Bahn wurden die gesammelten Eindrücke sowie der weitere Wochenplan für das Projekt besprochen. Vom gelungenen gemeinsamen Start sehr positiv gestimmt, stimmten sich die Lehrpersonen abends in ihren Quartieren auf die Arbeitsphase der bevorstehenden Woche ein.




Am Montag trafen sich alle Projektpartner in der Europaschule Gladenbach um ihre liebevoll gestalteten Präsentationen zu den Kindergärtensystemen ihrer Heimatländer vorzustellen. Die Schülerinnen und Schüler waren bestens vorbereitet und überzeugten nicht nur die Lehrerinnen und Lehrer sondern auch den Schulleiter der Europaschule und den extra angereisten Bürgermeister der Stadt Gladenbach, der sich sehr über das Geschehen in seiner Heimatstadt freute und alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer daran erinnerte, den europäischen Gedanken weiter zu tragen. Alle Präsentationen wurden in der gemeinsamen Projektsprache Deutsch gehalten. Die Schülerinnen und Schüler der nicht deutschsprachigen Ländern überzeugten dabei mit ihren nahezu perfekten Kenntnissen der deutschen Sprache sowie durch ihr überaus selbstbewusstes Auftreten vor der gesamten Gruppe. Die ZuhörerInnen erhielten einen breitgefächerten Überblick über die unterschiedlichen Bildungssysteme im Bereich Kindergarten. Diese Präsentationen waren Anstoß für einen Diskurs über die Unterscheide sowie die Gemeinsamkeiten und eine mögliche Idee der Verbindung der verschiedenen Systeme europaweit.




Natürlich darf nach einem intensiven Arbeitsvormittag auch die Freude an der Bewegung nicht zu kurz kommen. Beim gemeinsamen Fußballspielen matchten sich die Schülerinnen und Schüler in gemischten Teams um den Turniersieg. Durch den Spaß am Spiel lernten sich die TeilnehmerInnen wiederrum von einer ganz neuen Seite kennen. Barrieren wurden durchbrochen und neue Freundschaften wurden auf dem Feld geknüpft. Egal ob Tormann oder Goalgetterin, alle waren mit vollem Enthusiasmus dabei. Nach den Strapazen auf dem Feld und bei den Präsentation, verbrachten die SchülerInnen einen erholsamen gemeinsamen Abend bei ihren Gastfamilien um wieder Kraft für den bevorstehenden nächsten Projekttag zu tanken.




Gut erholt starteten die TeilnehmerInnen des Projekts in den nächsten spannenden Tag. Gemeinsam ging es mit dem Bus nach Frankfurt, der größten Stadt Hessens sowie dem Sitz der Europäischen Zentralbank. Schon bei der Anreise beeindruckte die Skyline der Finanzmetropole die Reisenden und steigerte die Vorfreude auf die Erkundung der Stadt. Der erste Programmpunkt war die Besichtigung des Senckenbergmuseums in der Innenstadt Frankfurts. Beindruckt waren die SchülerInnen vorallem von den gigantischen Ausmaßen der Dinosaurierskelette und den Überresten vieler weiterer Urzeitlebewesen, welche in verschiedensten Formen im Museum präsentiert wurden.




Die animierten und interaktiv nutzbaren Installationen von verschiedensten Naturphänomenen, luden zum Ausprobieren und selbständigen Erforschen ein. Nach der Vielzahl von gesammelten Eindrücken im Museum ging es weiter zur Paulskirche im Zentrum der Altstadt. Die Kirche sowie die umliegenden Bauwerke der Innenstadt erstaunte, da der Baustil nicht vergleichbar mit der vorherrschenden Architektur in den anderen Teilnehmerstaaten ist. Von der Umgebung fasziniert, begaben sich die Gäste in Kleingruppen auf Entdeckungstour durch die Frankfurter Altstadt. Gemeinsamer Austausch während einem kleinen Mittagessen sorgte für gute Stimmung und machte Lust auf mehr. Natürlich durfte auch das ein oder andere Souvenir für Zuhause gekauft werden. Leider verging der Tag viel zu rasch und alle Besucher und ihre Gastgeber machten sich wieder auf den Heimweg nach Gladenbach. Die Busfahrt verging sehr schnell, da die vielen Eindrücke natürlich noch ausführlich nachbesprochen wurden.




Für Mittwoch stand ein Besuch in der Theodor-Litt-Europaschule in Gießen auf dem Programm. Pünktlich versammelten sich alle TeilnehmerInnen um der interessanten Vorstellung des Direktors zu lauschen. Die Theodor-Litt Schule ist eine gewerbliche Berufsschule, die sowohl Voll- als auch Teilzeitschulformen beherbergt. Unter einem Dach findet man eine große Vielzahl an unterschiedlichen Schulformen wie zum Beispiel eine Fachschule für Technik und ein berufliches Gymnasium. Besonders die technische Ausstattung in den Bereichen Robotik, Maschinenbau und Informationstechnologie beeindruckte die Schülerinnen und Schüler. Nach dieser spannenden Erfahrung blieb ein wenig Zeit um die Stadt Gießen zu erkunden. Nachdem sich alle Teilnehmer gestärkt hatten, ging es weiter in das Mathematikum. In diesem Museum dreht sich alles, wie der Name schon verrät, um das Thema Mathematik. Auf spielerische Art und Weise werden mathematische Problemstellungen durch Experimente von den Kindern selbstständig gelöst, sowie auf anschauliche Art und Weise begreifbar gemacht. Um ausgeschlafen in den nächsten Tag starten zu können, treten die TeilnehmerInnen am frühen Abend wieder die Heimreise nach Gladenbach an, wobei alle Schülerinnen und Schüler der Meinung waren, dass sie noch viele weitere Stunden auf Entdeckungsjagd im Mathematikum gehen hätten können. Den Abend ließen die Schülerinnen und Schüler wieder gemütlich in der Gesellschaft ihrer Gastfamilien, beim gemeinsamen Abendessen ausklingen.


Der letzte Arbeitstag startet mit Vorbereitungen für die Abschlussfeier. Die Schülerinnen und Schüler trafen sich in der Schule und bereiteten gemeinsam das Essen für die am Abend bevorstehende Feier zu. Auch die Klassenzimmer wurden entsprechend vorbereitet und mit Snacks und Getränken ausgestattet. Den restlichen Schultag verbrachten die Gäste im Unterricht mit ihren Gastgebern. Am Nachmittag war es dann endlich soweit. Feierlich erhielt jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer eine Auszeichnung in Form einer Urkunde für die aktive Teilnahme und die geleisteten Beiträge zum erfolgreichen Verlauf des Projekts. Das besondere Highlight des Abschlussabends war die Volkstanzgruppe, geleitet von zwei ehemaligen Lehrpersonen der Schule, welche den Gästen die Bräuche und Traditionen der Region Hessen näherbrachten. Die Schülerinnen und Schüler zögerten auch keine Sekunde, als sie von der Tanzgruppe zum gemeinsamen Abschlusstanz aufgefordert wurden. Die Kinder und die Lehrerinnen und Lehrer bekamen die Chance, zu für den Landkreis typischen Volkstanzklängen das Tanzbein zu schwingen. Leider verging der Abschlussabend sowie der gesamte Aufenthalt viel zu schnell und es war für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder Zeit die Koffer zu packen und am nächsten Tag die Heimreise mit all ihrem Gepäck sowie den über die Woche gesammelten Eindrücken anzutreten. Per Bahn, Bus oder Flugzeug erreichten alle Besucherinnen und Besucher sicher und um viele schöne Erfahrungen reicher, ihre Heimat. Die Reise nach Gladenbach wird allen in Erinnerung bleiben und wir alle sind nicht nur um schöne Erlebnisse, sondern auch um viele neue Freundschaften reicher geworden.